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Frische-Logistik entschlüsselt: Was der Standard CCG1 für die Qualität Ihrer Lebensmittel bedeutet

Der CCG1-Standard ist seit 1985 ein zentraler Baustein der deutschen Frische- und Lebensmittel­logistik. Mit seiner genormten Palettenladehöhe von 1050 mm schafft er die Grundlage für effiziente, sichere und qualitätsorientierte Transportprozesse. Durch die einheitliche Ladehöhe können Kühlketten stabiler geführt, Waren besser geschützt und logistische Abläufe schneller abgewickelt werden. Gleichzeitig reduziert der Standard Verluste und Schäden entlang der Lieferkette. In Europa existiert jedoch mit EUL1 (1200 mm) eine höhere Norm, was die Debatte um eine harmonisierte Ladehöhe weiter verstärkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • CCG1 definiert eine feste Palettenladehöhe von 1050 mm für die deutsche FMCG-Branche.
  • Die Norm verbessert Raumnutzung, Kühlkettensicherheit und Warenstabilität.
  • Sie senkt Transportrisiken wie Schäden und Temperaturabweichungen.
  • CCG1 unterstützt automatisierte Logistikprozesse in der Frische-Logistik.
  • Die europäische Alternative EUL1 (1200 mm) sorgt für Harmonisierungsgespräche.

Was bedeutet der CCG1-Standard in der Frische-Logistik?

Der CCG1-Standard legt eine genormte Palettenladehöhe von 1050 mm fest und sorgt damit für sichere, effiziente und einheitliche Transportprozesse in der deutschen Frische- und Lebensmittellogistik. Er stabilisiert die Kühlkette, verbessert die Ladeauslastung und reduziert Qualitätsverluste.

Historische Entwicklung und Bedeutung des CCG1-Standards

Der CCG1-Standard entstand 1985, um die stark wachsenden Warenströme im FMCG-Sektor zu harmonisieren. Damals führten unterschiedliche Palettenhöhen zu ineffizienten Ladevorgängen, instabilen Sendungen und erheblichen Verlusten. Mit der Einführung des einheitlichen Maßes von 1050 mm wurde erstmals eine Grundlage geschaffen, die sich vollständig an den Bedürfnissen der Frischelogistik orientiert. Die Höhe ermöglicht ein ideales Verhältnis zwischen Tragfähigkeit, Stabilität und Laderaumnutzung. Zudem erleichtert die Norm eine durchgängige Prozessplanung vom Wareneingang über die Lagerung bis zum Transport. Viele Unternehmen bauten ihre Logistikprozesse langfristig auf diesen Wert auf, wodurch sich CCG1 als feste Größe in der deutschen Lebensmittelwirtschaft etablierte.

Warum die Ladehöhe von 1050 mm entscheidend für Frischeprodukte ist

Die Höhe von 1050 mm bietet eine optimale Balance zwischen Volumen und Stabilität. Durch diese Norm können Frischeprodukte so verpackt und gestapelt werden, dass sie während des Transports nicht verrutschen oder beschädigt werden. Die einheitliche Ladehöhe sorgt außerdem dafür, dass Kühlgeräte gleichmäßig arbeiten können, da Paletten immer denselben Luftstrom zulassen. Das ist besonders wichtig bei Fleisch, Molkereiprodukten, Obst oder Gemüse, die empfindlich auf Temperaturabweichungen reagieren. Ein konsistenter Luftfluss verlängert die Haltbarkeit und verhindert Mikroveränderungen in der Produktqualität. Die Ladehöhe trägt zudem dazu bei, dass Lkw besser ausgelastet werden, was Kosten spart und unnötige Fahrten reduziert.

Einfluss des CCG1-Standards auf die Kühlkette und die Lebensmittelqualität

Die standardisierte Ladehöhe ermöglicht eine exakte Planung und Überwachung der Kühlkette. Durch gleichförmige Palettengrößen lassen sich Temperatursensoren effizienter platzieren und die Luftzirkulation bleibt stabil. Dadurch sinkt das Risiko, dass Produkte zu warm oder zu kalt gelagert werden. Da die Paletten einheitlich sind, können Kühlräume besser organisiert und Temperaturzonen präziser gesteuert werden. Für Anbieter von Frischeprodukten bedeutet das eine konstante Qualität, unabhängig von der Länge des Transportwegs. Der Standard unterstützt zudem digitale Tracking-Systeme, die anhand der definierten Maße besser arbeiten können. So entsteht ein geschlossenes Qualitätsmanagement, das Fehlerquellen reduziert.

CCG1 als Grundlage für Automatisierung und Prozesssicherheit

Mit CCG1 wurde ein systemrelevanter Standard geschaffen, der die Automation in der Logistik erst ermöglicht hat. Automatische Wareneingangskontrollen, Lagerroboter und fördertechnische Systeme können nur dann effizient arbeiten, wenn Ladehöhen und -maße konsistent sind. Eine uniforme Palettenhöhe minimiert technische Störungen und beschleunigt Sortierprozesse. Durch die gleichbleibenden Maße kann Software präziser planen, etwa bei der Tourenoptimierung oder der Lagerplatzzuweisung. Zudem lassen sich Prozesse wie Kommissionierung oder Cross-Docking enger takten. Dadurch setzt der Standard einen wichtigen Impuls für moderne, digitalisierte Lieferketten, die auf Geschwindigkeit und Genauigkeit angewiesen sind.

Europäische Unterschiede: CCG1 vs. EUL1 und die Harmonisierung der Ladehöhen

Während in Deutschland überwiegend CCG1 genutzt wird, arbeiten viele europäische Länder mit dem EUL1-Standard, der eine Ladehöhe von 1200 mm vorsieht. Diese Differenz sorgt regelmäßig für Herausforderungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr. Unternehmen müssen Paletten neu packen, anpassen oder doppelt planen. Das führt zu Verzögerungen und höheren Kosten. Die Diskussion über eine europäische Harmonisierung zielt darauf ab, beide Systeme zu einem gemeinsamen Standard zu führen. Ziel ist eine höhere Effizienz, weniger Leerlauf und eine deutlich vereinfachte Planbarkeit für internationale Lieferketten. Die Branche arbeitet bereits an Konzepten, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Vergleich der Standards CCG1 vs. EUL1

StandardPalettenladehöheVerbreitungVorteil
CCG11050 mmDeutschland, FMCGOptimale Kühlkettenführung, hohe Stapelstabilität
EUL11200 mmEuropaweitGrößeres Ladevolumen, internationale Kompatibilität

Der Beitrag von CCG1 zur Reduzierung von Verlusten und Schäden

Einheitliche Ladehöhen verringern das Risiko von Schäden erheblich. Paletten, die zum Beispiel zu hoch beladen werden, geraten häufiger ins Wanken oder werden durch Temperaturschwankungen instabil. Mit 1050 mm ist die CCG1-Palettenhöhe so definiert, dass sich ein idealer Schwerpunkt ergibt. Dadurch bleibt die Ware während der Fahrt stabil. Auch Laderäume können besser gesichert werden, weil Spannsysteme genau an die Norm angepasst sind. Gleichzeitig reduziert die standardisierte Höhe das Risiko menschlicher Fehler beim Packen, da Mitarbeitende klare Vorgaben haben. Das Ergebnis ist eine gleichbleibend hohe Lieferqualität bei deutlich weniger Verlusten.

Fazit

Der CCG1-Standard ist einer der wichtigsten Faktoren für sichere, stabile und effiziente Frischelogistik in Deutschland. Durch seine einheitliche Palettenhöhe schafft er planbare Kühlketten, schützt empfindliche Lebensmittel und verbessert die Auslastung der Transportmittel. Gleichzeitig trägt er zur Automatisierung und Professionalisierung moderner Logistikprozesse bei. Trotz der europäischen Unterschiede bleibt CCG1 ein unverzichtbarer Standard, der Qualität, Effizienz und Produktsicherheit nachhaltig stärkt.

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Damian Golunski

Damian ist Gründer und Geschäftsführer von DAGO Express, gelernter Ökonomie-Techniker und Absolvent einer Universität mit Spezialisierung auf Logistik. Neben dem Business gehört seine Leidenschaft den Kampfkünsten. Sein Ziel: die Qualität der Kurierdienste weltweit auf ein neues Niveau zu bringen. Sein Mantra: "Ein zufriedener Kunde ist die beste Geschäftsstrategie." (Michael LeBoeuf)